Fast auf die Minute genau um 20.00 Uhr präsentierte der Vorsitzende des Verkehrsvereins Stadt und Land Osnabrück (VVO), Prof. Dr. Felix Osterheider, auf der 71. Osnabrücker Grünkohlmahlzeit den neuen Grünkohlkönig:
Dietmar I – Dietmar Wischmeyer
Der Autor, Kolumnist und Satiriker, bekannt aus Funk und Fernsehen, übernahm die Würde von der ersten Grünkohlkönigin Dr. Barbara Hartung, Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen.
Ein König mit regionalen Wurzeln
Dietmar Wischmeyer wurde im Osnabrücker Land geboren – und verkörpert vieles von dem, was diesen Landstrich prägt: Eigenständigkeit, Sprachwitz und Haltung. Seinem Wikipedia-Eintrag ist zu entnehmen, dass er als Kind zunächst kein Hochdeutsch sprach; gelernt hat er es auf einer Zwergschule in Oberholsten, heute Teil von Melle-Oldendorf.
In seiner Antrittsrede kündigte der neue Grünkohlkönig augenzwinkernd an, Stadt und Landkreis zu einem eigenständigen „Bundesland Osnabrück“ formen zu wollen – mit dem erklärten Ziel, das Gemeinschaftsgefühl weiter zu stärken.
Seine Pointen sorgten in der OsnabrückHalle für wiederholtes, langanhaltendes Gelächter. Niemand blieb verschont – auch er selbst nicht.
Sein Bekenntnis brachte den Saal schließlich endgültig auf seine Seite:
„Als König wird man entweder geliebt und gefürchtet. Ich habe mich noch nicht entschieden.“
Resümee: Ein Abend mit Strahlkraft
Rund 1.300 Gäste erlebten eine Grünkohlmahlzeit, die einmal mehr deutlich machte, was Osnabrück und das Osnabrücker Land verbindet: Verantwortungsbewusstsein, regionale Identität und eine lebendige Netzwerkkultur.
Die 71. Grünkohlmahlzeit war geprägt von hervorragender Stimmung, intensiven Gesprächen und einer königlichen Rede, die Maßstäbe setzte.
Tradition zeigte sich an diesem Abend nicht als Rückblick, sondern als Haltung – offen für neue Impulse, getragen von Gemeinschaft und mit einer guten Portion norddeutscher Gelassenheit.
Ein Abend, der nachwirkt. Und Vorfreude auf das nächste Kapitel dieser besonderen Geschichte weckt.
Doch damit nicht genug:
Im Nachgang der Veranstaltung ließ König Dietmar I. über den VVO einen Gruß an seine Untertanen übermitteln:
Liebe Freunde der Osnabrücker Mahlzeit,
Ihr seid nicht nur doppelt so viel wie im Deutschen Bundestag, sondern vor allem doppelt so lustig. Nicht durch Hammelsprung, sondern durch Akklamation habt ihr mich als neuen Grünkohlkönig bestätigt. Für mich ist es die höchste erreichbare Würde im Diesseits, da mir der Stuhl Petri als Protestant verwehrt ist. Als einfacher Junge des Volkes aus dem beschaulichen Oberholsten in dieses Amt berufen zu werden, war mir nicht an der Wiege gesungen. Als ich meine berufliche Laufbahn beim Radio in Hannover begann, fragte meine Mutter „Hast du mal die Chance nach Osnabrück versetzt zu werden?“, da es für sie der größte vorstellbare Karrieresprung war. Nun war es mir sogar vom Schicksal vergönnt, als König in Osnabrück einzureiten. Diesen Triumph hat sie nicht mehr erlebt. Aber ich bin sicher, es hätte sie sehr gefreut, drum freut es mich auch.
Es lebe der Grünkohl bis in alle Zeit.
Grüße nach Osnabrück
Dietmar I.
Fotos: Hermann Pentermann